
An alle Demokraten und die, die es werden wollen,
ich möchte mit euch über Freiheit reden.
Freiheit kennt weder Not noch Furcht. Doch wirklich frei ist, wer als Gleicher unter Gleichen am öffentlichen, politischen Leben teilnehmen kann.
Nach Kant soll die Freiheit des Einzelnen dort aufhören, wo die des anderen beginnt. Dies ist ein sehr liberaler Freiheitsgedanke des „Nichteinmischens“. Jedoch ist dieser nicht umfassend genug, denn er schließt diejenigen Menschen aus, die die nötigen Ressourcen, um von ihrem tatsächlichen Willen Gebrauch machen zu können, nicht zur Verfügung haben.
Wir erleben seit geraumer Zeit, dass sich die Menschen wieder verstärkt unterscheiden. Ganz besonders wird das Kapital immer ungerechter verteilt. Man spricht von Arm und Reich. Von denen in den Stadtbezirken der Innenstadt oder mit tollem Eigenheim. Und auf der anderen Seite die Familien und Alleinerziehenden in den Blocks. Diese Menschen haben meist nicht den Luxus ihre freie Zeit mit politischen Aktionen und Gedanken zu füllen. Da heißt es vornehmlich, die Existenz zu sichern.
Doch genau diese Menschen haben nicht weniger Freiheit verdient als alle anderen und müssen
teilhaben am politischen Leben.
Die wesentliche Voraussetzung dafür aber ist, dass Unterdrückungsverhältnisse jeglicher Art beseitgt werden müssen, damit wir wirklich frei sein können.
Genau dies muss ein Wesensmerkmal der Sozialdemokratie sein. Denjenigen eine organisierte Stimme zu geben, die aufgrund ihrer benachteiligten Situation es nicht selbst tun können.
Für nicht weniger ist die Sozialdemokratie 23. Mai 1863 angetreten, um diese soziale Frage anzugehen.
Die Geschichte zeigt, auch wenn Revolutionen scheitern, bleibt eins doch immer erhalten, die Sehnsucht nach Freiheit und die Überzeugung, dass nur ein Leben ohne Not und Furcht erstrebenswerrt ist; Denn erst dann können wir frei und selbst Handlungsentscheidungen treffen.
Dieses Wissen „vergißt sich nicht selbst“. Und auch Sozialdemokraten sollten sich nicht selbst vergessen.
Der Mensch als solches ist frei, weil er qua seiner Natalität nicht nur selbst einen Neuanfang in dieser Welt darstellt, sondern auch in der Lage ist, mit jeder seiner Handlungen einen neuen Anfang zu machen.
Daher an alle Sozialdemokraten ist jetzt, genau jetzt der richtige Moment für einen Neustart der SPD, aber auch für alle anderen Demokraten.
Und das können wir nur gemeinsam schaffen. Wenn man über Politik spricht, fällt auch oft das Wort Macht. Das ist oft negativ besetzt. Aber ich sage zu unrecht. Denn Macht ist nie die Macht des Einzelnen. Erst der Zusammenhalt einer Gruppe, die den Einzelnen unterstützt bzw. ermächtigt, birgt die Macht in sich. Löst sich die Gruppe auf, hat auch der Einzelne keine Macht mehr.
Im Vergleich dazu setzt ein Missbrauch dieser Macht durch einen Einzelnen eine Ohnmacht voraus, in der alle erstrebenswerten Ziele missbraucht werden durch Gewalt und Unterdrückung.
2/2Daher lasst uns erkennen welche Macht wir haben, lasst uns unsere Demokratie pushen, damit wir wieder zu einer gelebten und interessierten Demokratie werden, die sich auch entscheidend für ein sozialeres Miteinander einsetzt.
Ananassi
PS: das war mein Beitrag zu #neustart19


