
Das Rauschen des Verkehrs verwandelt sich langsam in ein fernes Meeresrauschen und dringt immer näher an mein Ohr. Ganz genau kann ich es nicht sagen, ob es von außen, oder tief aus meinem Inneren kommt.
Das weiße Segel
Ein Hauch von Südsee
„Wo wedeln die immergrünen Blätter im Wind und Sonnenschein ganz nah?“
Südsee…
Sand, so weiß, dass das Auge schmerzt, blauer Himmel, alles Blau in dieser Welt. Eine leichte Brise, Salz hängt in der Luft. Ja, ich kann es sehen… und spüren! Am Horizont, nur vage zu erkennen, ein weißes Segel. Es steuert den Strand an.
Das Segel wiegt leicht aber straff im Wind, gehört zum Boot mit dem hölzernen Deck. Darauf das, was das Leben schöner macht. Weiter verfolgen meine Augen neugierig das Boot, auf dessen Weg durch das bewegte Wasser. Die Sonne darauf glitzernd wie Kristall.
Das Segel ist nun besser zu erkennen, jedoch macht dich etwas stutzig… Du erinnerst dich, dass du vor langer Zeit selbst auf einem solchen Boot warst. Du versuchst dich klarer zu erinnern aber… die Erinnerung ist erst unzusammenhängend und dann verschwommen, ersetzt durch das stille Leben auf der Insel, begleitet vom gleichmäßigen Fluss des Wassers, des Meeres am Strand.
Doch diese Erinnerung. Sie öffnet eine verborgene leise Freude, das Herz, es schlägt etwas lauter.
Während ich versuche die Fetzen der Vergangenheit und die Gedanken zu ordnen, sitze ich im warmen weißen Sand der Südsee, der gleiche Sand der mich im Auge schmerzt, das Boot im Blick.
Das so unfassbar blaue Wasser leitet es näher an den Strand, ich frage mich ob es wohl hier an meinem Strand anlegen wird oder weiterzieht.
Erinnerungen an die Kindheit steigen beharrlich an die Oberfläche, gleich einem Taucher, der aus großer Tiefe langsam an die Oberfläche zurückkehrt. Nicht zu schnell, weil er weiß, dass es ihm das Leben kosten kann.
Der schwarze Fleck am sonst so weißen Segel, entpuppt sich als Flagge und du denkst an…
Die wunderbaren Dinge aus meiner Kindheit plötzlich wieder da, die immer mehr werdenden Blasen im Wasser, die den tausend Luftblasen gleichen, die wir damals überschwänglich und freudig tanzend in den Himmel hoben. Jede einzelne trug die Farben dieser Welt. Die Flagge schwingt und windet sich dabei im Wind der See und ich versuche zu erkennen welche Botschaft sie vielleicht trägt… unter welcher Flagge segelt das Boot?
Ich weiß das Piraten schwarze Flaggen hissen. Die schwarze Flagge, du erkennst einen Totenkopf. Doch… nein, es ist kein Piratenboot. Unter dem Totenkopf erkennst du Buchstaben, sie formen das „Peace…“, war klar ein Hippieboot.
Du stehst auf und tanzt durch den warmen Sand am Strand, mit Blumen im Haar… Tip tap ein Fuß nach dem anderen im blauen und anschmiegsamen Wasser des Meeres. Die Blumen ja… jetzt wird alles klar. Der Junge, der dir die Blumen verkauft hat, er sagte du bräuchtest sie bald.
„Sky is yellow and the sun is blue.“
Ananassi
