Ein Experiment: Mit Phasen von Poesie & Prosa, Politisches & Philosophisches & Persönliches… Nach der Fiktion ist es Zeit für Realität … Ein Versuch für mehr Traum in der Realität.
Das was bleibt in Vegesack. Die alten Pflastersteine auf den Wegen, führen selbst zu neuen Wegen. Manch alte werden ausgetauscht und durch neue ersetzt. An den alten Hafenhäusern sind sie sorgsam angeordnet.
Jeden Morgen rufen die Möwen und Krähen den neuen Tag herbei. Die Welt sie wehrt sich noch dagegen, in dieser Jahreszeit, in der die Nacht den Tag beherrscht. Bis sie, die Sterne, klar am Himmel stehen und ihre unendliche Reise begehen.
Der Tag und die Nacht Hochzeit feiern, dann kehrt das Licht zurück, wie das Wasser, das sich der Ebbe und Flut anvertraut, wie der reisende Matrose, der sein Schiff verlässt, um dann wieder in See zu stechen. Aufbricht, das Geschenk des Tages anzunehmen und es in der ganzen Welt zu suchen und zu tragen. So ziehen sie vorbei an Vegesack, das Meer und der Matrose. Immer wissend der Haven bleibt, die Steine sorgsam aufgereiht.
22.12.2019
Wal 🐳
Die Fähre setzt ans andere Ufer im selben Takt, das Wasser fließt beständig. So zieht sie hin die Zeit beinahe unbemerkt und doch so lebendig.
Mit der Verhaftung der Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete vor wenigen Wochen hat die Mittelmeerproblematik erneut einen tragischen Tiefpunkt erreicht. Mit der Spendenaktion von Klaas Heufer-Umlauf
und Jan Böhmermann und den zahlreichen von der Seebrücke initiierten
Demonstrationen in ganz Deutschland (Europa/New York), erreichte die
öffentliche Aufmerksamkeit einen Höhepunkt.
All
dies ist gut und wichtig, denn es sind Zeichen, Zeichen der
Gesellschaft an die politischen Verantwortlichen in ganz Europa, human
und vor allem aber menschenrechtskonform zu handeln. Denn das Recht auf
Leben ist ein Menschenrecht und die Wahrung bzw. Rettung dieses Lebens,
wie es die Seenotretter beständig leisten kein Verbrechen.
Für Ihren Einsatz wurde den Crewmitgliedern der Iuventa am 22.07.19 der Max-Dortu-Preis
für gelebte Demokratie und Zivilcourage der Stadt Potsdam verliehen.
Einer der Mitglieder gab zu bedenken, dass auch dieser Preis ein
wichtiges Zeichen ist, aber wie es auch Carola Rackete in ihrer Voice-Nachricht an die Demonstranten bereits betonte, müssen diesen Zeichen endlich Taten folgen.
Dieser
Aufruf richtet sich vor allem an die Politiker, aber auch an alle
anderen in der Gesellschaft nicht aufzuhören, für die Umsetzung bzw.
Einhaltung der geforderten Rechte (Recht auf Leben und Asylrecht)
einzustehen, also weiterhin die Stimmen zu erheben und die Helfer zu
unterstützen.
Längere
Zeit bevor die Seenotrettung in diesem Sommer erneut so viel
Aufmerksamkeit erlangte, gab es die wunderbare Kunst-Aktion
#Flaschenpost. Hierbei konnte man kleine Schiffchen basteln und diese an
unterschiedlichen Orten “zu Wasser lassen”, fotografieren und in den
sozialen Netzwerken teilen. Man konnte die Schiffchen aussetzen und mit
kleinen Botschaften versehen. Dadurch wurde eine breite Masse auf die Problematik aufmerksam.
Um
der Aktion mehr Bedeutung zukommen zu lassen, haben wir ein
Schiffchenvideo erstellt, um allen Beteiligten für ihren Einsatz zu
danken und gleichzeitig das Thema “Seenotrettung” in den Fokus zu
setzen. Denn wir meinen, es darf nicht sein, dass in einem
demokratischen Europa, seit Jahren tausende Menschen im Mittelmeer
ertrinken, weil ihnen die Rettung bzw. die sicheren Zugangswege verwehrt
werden.
Daher teilt das Schiffchenvideo auf euren Accounts mit den
#FlaschenPost
#Seenotrettung
#Seebrücke
#BinAnBord
und
sagt danke an alle Beteiligten und setzt damit ein klares Zeichen für
sichere Zugangswege und eine humane Flüchtlingspolitik.
Was sind deine Gedanken wenn du an das Meer denkst?
Ich möchte dir erzählen woran ich denke:
Es ist früh am Morgen.
Bevor ich es sehe, schmecke und rieche ich die salzige Luft die vom Meer ins Innere des Landes weht, erst viel später höre ich das Meer und denke, es ruft nach mir. Dann, wenn ich durch die hohen und langen Dünen gehe, erst dann können meine Augen das Meer sehen.
Die Zeit des Sonnenaufgangs.
Da liegt es vor mir, das Element ohne das ich nicht existieren kann.
Die Wellen sind an diesem Oktober Morgen besonders hoch. Ein starker Wind treibt sie an den Strand wo sie sich ganz weit auslaufen. Der Meeresschaum legt sich wie Schnee an den Strand. Hin und wieder stieben sie in der Dunkelheit einzeln weiter zu den Dünen als ob sie Schneeflocken wären.
Ich beuge mich nach unten und nehme eine Handvoll Schaum. Ich…
Aus der Kategorie: wenn dir… Zitronen… dann… Limonade…! Gerade wenn man denkt, man hätte seine Sachen einigermaßen im Griff, denkt sich irgendwer, nope!, das machen wir anders. Ist doch auch viel spannender und lehrreicher. Man will sich ja wieder mal so richtig spüren, leben! Echte Emotionen. Folgend also eine Momentaufnahme und ihre textlichen Folgen.
Pop. So heißt das neue Kabarett-Programm von M. Tretter und hatte am 16.02.19 Station in der Alten Mälze. Mit Pop mag man zunächst nur leicht verdauliche und auf den kleinsten gemeinsamen Nenner gebrachte Musik im Stile von Lady Gaga bis Max Giesinger assoziieren. Schnell eingängig, gefällig, aber oft auch schnell langweilig.
Wenig eingängig und schnell ging es vor der Tür zu, begrüßt am heiligen Pult der Gästelisten und Tickets, gab es kein Vorbeikommen. Gästeliste? Ja schauen Sie doch mal, ich müsste draufstehen… Leider Nein! Deprimierendes Bild der Selbsterniedrigung kennt man ja aus dem Popiversum. Degradiert zum Ausharren und Abwarten vielleicht tut sich ja noch was, wie Teenies vorm Backstage auf einem Mark Forster Konzert.
Hastig wird eine Email ins Handy getippt. Was passiert nun mit all meinen gedanklichen Fragen zu Pop, wie wird der Kleinkunstpreisträger Tretter wohl den Polit-Pop zuspitzen? Aufhänger gäbe es genügend, von Christian Lindner und seiner dominat geführten Außendarstellung, erinnert stark an Instagram-Sternchen oder der kabarettistischen Blaupause Donald Trump. Bis hin zu den Gassenhauern der Polit-Parolen wie „Fake News“/ „Lügenpresse“, „Systempartei“ und „Deutschland den Deutschen“, durch ständige Wiederholung ins Hirn geschliffen und hängengeblieben.
Da wünscht man sich die Vinyl zurück, die endete wenigstens irgendwann. Aber auch die blieb mal hängen, drehte sich in Dauerschleife bis die Toleranzschwelle des Ertragbaren überschritten wurde und sich endlich einer erhob, um dem Kasten einen Tritt zu verpassen. Wie tritt Tretter nach? Lässt der studierte Germanist Tretter diese Parolen wie einen Refrain eines Popsongs in seinem Programm aufpoppen wie kleine Giftpilze, um sie dann genüsslich im Publikum abzuernten? Welche Dosis an psychoaktiven Sprachmitteln lässt er zu, um sein Publikum zu berauschen, doch noch viel wichtiger, womit holt er sie wieder zurück in die Realität?
An diesem Abend werde ich die möglichen satirischen Sternstunden des Pop-Sternchens nicht mehr erleben. Der Meister des Hauses hat gesprochen, keine Besucherritze mehr frei, auch nicht für den Pressefritzen. Und Tschüß, zurück in die sternenklare Nacht. Klare Kante, ein bisschen unangenehm und ohne erlösende Pointe für mich, so also verwandelt sich Pop in Punk. Wer M. Tretter selbst einmal in seinem „Pop“-Universum erleben möchte, kann dies deutschlandweit bis in den Dezember 2019 hinein. Für noch mehr Tretter wird in der WDR5 Radiosendung Politikum seine Kolumne veröffentlicht.